Gold

Das Gold der späten Sommertage, das sich in den abgeernteten Getreidefeldern verdichtet, liegt noch tief im Schlaf versunken. Nur manchmal strahlt es durch die Träume und lässt Sequenzen in einem besonderem Licht erstrahlen.

Es ist nur ein Schritt. Er scheint dir so schwer. In dir ist der Widerstand groß. Du stolperst, bist plötzlich dem Wurzelwerk näher. Und du staunst….es war gar nicht schwer. Warum musstest du so lange warten? Die Perspektive ist anders, der Blick tiefer. Proportionen im Gefüge von Zeit und Raum verschieben sich. Und plötzlich lacht es in dir: du hast den roten Faden wieder gefunden. Jetzt geh und tu. Die Zeit des Abwägens und Unentschiedenseins ist vorbei.

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Verdichtung

 
 
Es ist wieder Zeit, Geschichten zu erzählen
Geschichten vom Leben und Leiden
Geschichten, die sich verändern
ausgeschmückt und dekoriert wurden
die essenzielle Dichte enthalten
von einer Zeit erzählen
und dem, was in der Luft gelegen hat
verknüpft mit dem roten Faden,
der sich durch selbst erlebte Geschichte zieht.

Mitbringsel 5

Ein Rest Messinglicht schiebt sich ins Grau
sichelförmige Blattspuren leuchten auf dem Asphalt, ein Weg, aber wo hin?
Diese kleinen Blätter, die mich an scharfe Messer erinnern, und wie festgeklebt scheinen.
Der Hund, grau mit dem hängenden Ohr, der meinen Kinderwagen bewachte auf dem Hof meiner Großmutter zwischen Hühnern und Enten, der, den aussortiert niemand haben wollte und dessen Namen keinem Überlebenden mehr einfallen will, an den erinnere ich mich nicht, es gibt kein Foto, nur in den Worten darüber findet sich Nachhall…da war doch was…sind nur noch die Worte übrig geblieben? Nein, auch ein warmes Gefühl von Schutz. Was macht schon ein hängendes Ohr?
Im Dezember damals gab es dort viel Schnee und die Federn von geschlachteten Gänsen. Es ist lange her…und jetzt schau ich dem Aufblitzen des letzten Lichts im übrig gebliebenen Apfelbaumlaub nach.

Mitbringsel 2

Über dem See liegt Nebel. Wo er sich lichtet, lässt sich ab und zu einen Blick auf das andere Ufer erhaschen. Lichtfunken zaubert der junge Morgen zwischen die dichten Schlieren. Was der Tag wohl bringt?
Zwischen Nebeln und Wolken liegt ein Versprechen: du Tag wirst mich nicht verletzen. Einen heilsamen Zauber wirst du wirken.
In den Tautropfen, die wie Perlen am Schilf kleben, fängt sich Feuer. Schemenhaft in der ferne Baum und Haus. Kein Hauch kräuselt das Wasser. Ich spüre Stille in mir. Gedämpft dringen Rufe an mein Ohr, doch nur ich suche mich heute.