Das Schweigen

Wenn ich zurzeit oft schweige, dann liegt das daran, dass ich leer werden möchte. Ich übe, im  Augenblick zu bleiben und lerne, die Stille noch mehr zu lieben. Im Schweigen kann ich  klarer entscheiden, was wirklich zählt für mich, was ich gehen lassen möchte, was bleiben soll. Wie Blätter von den Bäumen, fallen die Worte aus meinen Gedanken. Ich sehe Schnee, Weite, Stille. Und höre ganz in der Ferne –  leise – Glockenklang.  Und endlose Räume in mir, die ich gestalten darf, wenn ich will oder  eben auch nicht. Es ist alles  da. Doch ich will es noch nicht benennen, beim Namen rufen, herbei locken, bezwingen. Lieber lausche ich dem fernen Glockenklang.

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Der Sonne zu Ehren

Sonnengeflecht  in Hecken und Zäunen
Grafik  schattiger Strukturen auf Wegen und Pfaden
besonnt und bestrahlt der Augenblick
Vom Firmament Sonnengesang
mit den Lerchen im Feld, den Grillen im Gras
der Amsel auf dem Dach und dem Summen der Hummeln

Sonntagsruhe im Garten

Sonnentag, Sommer hoch, im Licht schwelgen
Ermatten im Schatten der Bäume
in der Fülle zu vergehen und sterben, ein Ahnen

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Die Tage werden kürzer!

WINDIG

winde wehen, toben, zornen
jagen wolkenherden über himmel
treiben schäfchen dicht zusammen,
bis tropfen fallen, dicht an dicht
übers land, durch alle bäume
auf die strasse, in den fluss, es rinnt und gießt

winde flüstern, schmeicheln, kitzeln
raunen zärtlich sommer in das ohr
säuseln mit dem apfelbaum träume in die nacht
lassen  zwillingskirschen baumeln
tragen jeden duft zu dir
streicheln über feuchte haut,  lassen brisen fächer sein

7.6.2014_3

 

 

 

 

Fazit am Abend 1

Sind Regentropfen Tränen
die gesammelt in den Meeren
steigen hoch mit ihren Klagen?
lassen wütend regnen
des einem Fluch, des anderen Segen

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Frag mal die Wolken, wessen Klagen endlos Tränen weinen
Triefend nass steht bald Frau Leid in einer Pfütze vor der Tür
will keinen Sommer mehr ertragenmit Farben, Licht und Sonnenschein

Die Freude ist ihr ausgegangen
Nun will sie nur noch Dauerregen