Findevogel

Findlinge und Fundstücke aus Dachkammern und Rumpelkammern; Zeilenschätze, Traumnoten, Papierschnipsel mit Notizen, Erinnerungen, Träume, Fragmente

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9 Gedanken zu “Findevogel

  1. ich nehme den kleinen orangenen fluss mit in meine träume.
    er erinnert mich an apfelsinen und den süden, in dem winde wärmer wehen und mandelbäume schon blühen.
    mir fallen kleine mondförmige bonbons ein, die ich im dorfladen meiner kindheit geschenkt bekam. sie schmeckten nach zitrone oder orange.
    das wasser läuft mir im mund zusammen.
    vielleicht wird der fluss im traum wachsen, ein orangeroter limonadenfluss, der zitronenduft verströmt und mich ins schlaraffenland führt.
    ich setze segel , hülle mich in eine schimmernde brokatdecke und entzünde einen roten lampion.

    die nacht darf mir samt und seide um die schultern legen und mich in erinnerung hüllen.

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    • Das freut mich aber jetzt sehr. Ich bin ja auch der Meinung, dass die Suchenden und die Findenden etwas verbindet, dass man nicht außer acht lassen sollte. In diesem Sinne, herzlich willkommen im bunten Bloghaus, dem bad noch der verwunschene Bazar angeschlossen wird. Ich winke mal zu dir rüber, liebe Marion, Angie, der Findevogel

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  2. Der Findevogel gehört einer aussterbende Rasse an und ist etwas Besonderes. Man sollte ein Artenschutzgesetz für ihn entwerfen. Aber schnell, bevor es zu spät ist.

    Schwarz-weiß ist sein Gefieder nicht, eher passt es sich farblich der Umgebung an. Ganz sicher aber gehören er zu den rabenartigen Elstern. Er kann sich unsichtbar machen oder ein gltzerndes Gewand anlegen, ganz wie er möchte, ist aber nicht so laut und unmusikalisch, wie seine Verwandten, die ungelenken Elstern, die sich in heimischen Gärten zur Plage entwickeln und alle anderen Vögel verscheuchen.

    Findevogel hat kluge Perlaugen und ist weise wie ein Rabe. Ihm entgeht so leicht nichts. Sein Körper ist mittelgroß und gut proportioniert. Auf dem Kopf trägt er ein kleines Krönchen aus weißen Federn. Die wippen bei jeder Bewegung. Jemand hat mir erzählt, er besitze heilende Kräfte. Eins weiß ich aber genau, belügen kann man ihn nicht. Er durchschaut die Masken. Er besitzt feine und sehr empfindliche Antennen, mit denen er energetische Schwingungen aufnimmt. Desöfteren gerät er in energetische Störfelder, in denen er wie ein Katalysator wirkt. Das kostet ihn soviel Kraft, dass er danach für Wochen in seinem Nest verschwindet.

    Sein Futter besteht aus Samen und Körnern und Wurzeln.

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  3. Ein Findevogel findet immer etwas, ohne bewußt danach zu suchen. Im Allgemeinen ist er ein Einzelgänger, der versteckt im dornigen Gebüsch sein Nest gebaut hat. Er ist gern allein und weiß sich gut zu beschäftigen. Gelegentlich fliegt er aus, um seine Artgenossen zu treffen. Bei diesen Streifzügen findet er: Gedanken, Ideen, lyrische Zeilen, Assoziationen und so manches Fundstück, das zunächst unscheinbar, sich in der Folge aber als Schatz entpuppt. Er hat einen Blick dafür, das muss man ihm lassen. Seine Antennen sind weit ausgefahren.

    Nicht, dass ihr jetzt meint, dass Findevogel das gelassen hinnimmt. Nein, er gerät aus dem Häuschen, steigert sich in einen Begeisterungstaumel und ist hin und weg.

    Was macht der Findevogel nun mit all diesen Fundstücken? Zunächst hortet er sie in seinem Nest. Dann verwebt er alles zu einem kreativen Neuding. Wenn es fertig ist, will er es an den Mann/die Frau bringen. Er will Resonanz und Austausch. Er will andere begeistern und mit ihnen teilen. Hat er das endlich mit mehr oder weniger Mühe geschafft, zieht er sich für eine Weile in sein Nest zurück, nimmt Auszeit und träumt sich in den Tag hinein.

    Er wird übrigens gerne ab und zu gefunden. Wenn also so ein findiger Gast sein Nest in den Dornen sichtet und sogar anklopft, kann er sicher sein, dass er eine besondere Gastfreundschaft genießen darf.

    Jetzt frage ich mich doch gerade, ob es wohl in dieser Gemeinschaft Artgenossen gibt, die eingeladen sind, einfach mal vorbei zu schauen?

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  4. Ach Vogelscheuche, du mit deinen bunten Kleidern

    Eigentlich sind wir uns ähnlich, mit dem einen Unterschied, du stehst mitten auf der Obstwiese und kannst nicht weg. Ich weiß hinter der Stirn unter dem Hut aus Stroh, gehen bunte Gedanken auf innere Reisen. Dein kohlrabenschwarzer Blick folgt mir, dem singenden Zugvogel, den nichts hält. So wie ich weiß, dass du bleiben musst, so weißt du, dass ich nicht bleiben kann. Wir waren gute Freunde in den sommerlichen Tagen, aber jetzt muss ich weg. Es naht der Herbst. Nicht mehr fern sind die kalten Tage. Mich ziehts in den Süden, wie jedes Jahr. Ich folge der Sonne und dem Grün.
    Den Abglanz deiner bunten Gedanken stecke ich mir wie eine Feder an den ledernen Hut.
    Vielleicht sehen wir uns wieder im nächsten Jahr.

    Adieu Bruder und Spielgefährte!

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