An Adam Winterbill

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Ich schau dir zu, Adam Winterbill. Siehst du mich? Mein laubgekröntes Haupt nickt dir zu. Ich wachse dir entgegen und achte dein Alter. So manche Geschichte haben wir schon gemeinsam betrachtet, sahen Wesen kommen und gehen. Ich weiß, dass Elfen bei dir wohnen und ein Engel die Hand über uns hält. Unter der Erde berühren sich unsere Wurzeln. Zwischen ihnen leben kleine Wesen. Was wir umschlingen oder gefangen halten unter der Erde, wir verraten es nicht, denn unsere Lippen sind versiegelt. Wir können schweigen und halten Stille aus. Nur der Wind singt in unseren Blättern und erzählt der Welt vom Werden und Vergehen.

Karfreitag

Karfreitag und der Himmel weint.
Mich erstaunt, dass meine christlichen Wurzeln mich nach Jahren kirchlicher Abstinenz immer noch auf eine feierliche Art und Weise emotional herunter zu schrauben vermögen, Für mich bleibt dieser Tag ein Eckpunkt im Jahreskreislauf, dem das zunehmende Licht der Osternacht folgen wird und mit ihm den Frühling, die Fülle, das Wachstum bringt.
Für mich ist es ein Tag der inneren Einkehr, ein Tag an dem die Uhren langsamer gehen, ein Tag, an dem in besonderer Weise das Mysterium des Todes in meine Gedanken eindringt und so einen Platz erhält mitten im Leben.