ICH WILL

Ich will meine eigenen Wege gehen
nicht von deinen Wahrheiten überflutet werden
will frei sei, mich frei schwimmen
selbst entscheiden
ob meine Kraft reicht, gegen den Strom zu schwimmen.
will unvoreingenommen erleben
mich nicht von vorgefertigten Meinungen leiten lassen
spüren, empfinden
Nicht fremder Worte sollen mir Richtschnur sein
ich will sie selbst ziehen
nach meinem eigenem Maß
aus meiner Mitte heraus
mit klarem Geist und offenem Herzen
auch dann, wenn ich Fehler begehe
es sind meine
ich verantworte sie

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Ich gehe und glaube

In  das graue Einerlei mit den weinenden Himmeln
will ich türkisfarbene Horizonte zeichnen
und Wellen goldene Schaumkronen aufsetzen
in die leeren Muscheln vergessener Strände
lege ich rosa Perlen, die von innen leuchten
auf dem Weg zwischen heute und morgen
sehe ich Verworrenes sich  entflechten
Verknotetes gibt nach und löst sich aus der Erstarrung
aus dem Nebel schälen sich Konturen
und winzige Spuren von Farbe, die sich ausbreitet

Spiralförmig will ich mich hinaus schrauben aus vergangenen Tagen
die ihren Glanz nicht länger verborgen halten wollen
Du kannst wählen:
Mitgehen oder Dableiben, Glauben oder Zweifeln

Geschriebenes

Beim Sortieren von beschriebenen Papieren  fiel mir ein Brief vom Juni in die Hände, den AURORA wohl nicht abgeschickt hat. Das hole ich jetzt einfach für sie nach:

5.6.2014

Lieber Wanderer

es liegt dem Ganzen wohl eine ganz eigene Logik zugrunde. Einst schrieb ich Briefe an einen Unbekannten. Es gab Leser und dich, den die Briefe anzusprechen schienen. Es muss wohl etwas mit dem blauen Band zu tun haben, dass die Wandernden und Suchenden miteinander verbindet. Gleichgültig, ob es sich dabei um real vollzogende Reise in ferne Gefilde handelt oder um mentale Purpurwege der Seele.
Du wanderst, ich bleibe, wo ich bin, lerne es auzuhalten an einem Ort, mich einzurichten in den Bedingungen, die das Leben gerade an mich stellt.
Natürlich geht das nicht ohne inneren Kampf. Ständig kommt es zu Reibereien an meinen Grenzen. Die Suche nach den Schlupflöchern, durch die ich entfliehen könnte, habe ich noch nicht wirklich aufgegeben. Wäre ich ein Baum und nicht Aurora, ich müsste auch bleiben wo ich bin. Meine Wurzeln würde ich in die Erde graben und die Arme in den Himmel stecken. Wer weiß, vielleicht würde jemand zu mir kommen, eine Leiter an meinen Stamm stellen, und wenn du dann darauf empor steigen würdest, wäre es eine Himmelsleiter, die dich den Gestirnen so nah bringen würde, dass du mir einen Stern vom Himmel angeln könntest.
Das wäre doch mal etwas, ich gekrönt mit einem Stern oder du, vielleicht auch wir alle beide.
Ich reise dennoch, hoch in den Himmel hinein in ferne unirdische Welten. Aber auch tief in die Erde, dorthin wo es warm und fruchtbar ist, wo alles Leben beginnt und wo aus einem alten Traum noch gute Geister auf mich warten. Tief in der Erde werden sie sichtbar, sobald meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben.

Das Dableiben ist schwer für mich. Wohin mit der Ruhelosigkeit? Aber ich kann nicht immer flüchten. Ich will das nicht mehr. Einstweilen tanze ich weiter auf dem Seil. Die Leute kommen zu mir, vielleicht, um aus ihrem Alltag und dem hektischen Stadtleben zu flüchten. Vor allem die Kinder kommen mit leuchtenden Augen und bleiben.

Bis bald grüßt dich Aurora