Sie denkt ROT

und es wird warm
ein FEUER, fühlt sie
die Flammen zischen
glutrot, zinnober, gelborange
quirlige Funken stieben mit dem Wind
kreisen im Blut
wirbeln Lebensenergie auf


Machtvoll steht die Wolfsfrau
am Rande des wilden Waldes
gesträubt das Fell, Witterung aufgenommen
in ihren Ohren trifft sich die Welt
ein Sprung nur hinüber
ins Zwischenreich

 

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Vom Leisen

Das Leise hatte sich in den Wald unter die Bäume zurück gezogen.Es war geflüchtet vor allem Lauten, dass seine schrillen  Gedanken über den Laufsteg des Lebens führte. Einstweilen war es besser so. Was sollte es tun?
Abwarten!
Es wusste schon, dass die Zeit kommen würde, in der es seinen Platz auf dem Laufsteg des Lebens wieder einnehmen würde.
Der Sommer verabschiedete sich mit roten Äpfeln, die er dem Herbst in die bunten Hände legte, damit sie dort nachreifen konnten.
Jemand erntete die Äpfel schließlich.
Der Herbst wurde müde, gähnte und rief den Winter herbei.
Sein buntes Gefieder verschenkte er an den Wind. Die nackten Zweige spießten sich in den Himmel: Biegsame Gestalten voll Schönheit und Grazie,
Bizarr und verbogen zerteilten die Bäume mit langen Schatten das Wintergrau.
Es kam ein neuer Tag und mit ihm die ersten Schneeflocken.
Langsam und unaufhörlich deckten sie Erde, Bäume, Häuser zu.
Das Weiß des Schnees schluckte alle lauten Geräusche, die sich gestern noch brüllend in den Haaren gelegen hatten.
Die winterdichten geordneten Gärten lagen verlassen, und die gebrochene Erde der Felder atmete Ruhe ein und aus.
Nur noch gedämpft drangen Krähenkrächzer zum Haus.
Drinnen war es warm. Die Menschen waren mit ihren Händen beschäftigt, die eifrig dieses und jenes damit vollbrachten. Das gefiel dem Leise gut. Es kam aus seinem Versteck hervor und setzte sich zwischen die Menschen.

An Adam Winterbill

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Ich schau dir zu, Adam Winterbill. Siehst du mich? Mein laubgekröntes Haupt nickt dir zu. Ich wachse dir entgegen und achte dein Alter. So manche Geschichte haben wir schon gemeinsam betrachtet, sahen Wesen kommen und gehen. Ich weiß, dass Elfen bei dir wohnen und ein Engel die Hand über uns hält. Unter der Erde berühren sich unsere Wurzeln. Zwischen ihnen leben kleine Wesen. Was wir umschlingen oder gefangen halten unter der Erde, wir verraten es nicht, denn unsere Lippen sind versiegelt. Wir können schweigen und halten Stille aus. Nur der Wind singt in unseren Blättern und erzählt der Welt vom Werden und Vergehen.