Herz-Notes (3)

Ja, ja, wir beide – du und ich – wir haben uns viel zu erzählen. Auch wenn die Worte schweigen, flüstert der Wind den Takt der ungesagten Sätze. Ein belebtes Schweigen liegt im Abend, verflüchtigt sich in die Nacht und stülpt sich formend in die Träume.
Ich würde dich gerne fragen: „Welche Farbe hat die Sehnsucht?“

Für mich ist sie nachtblau und weht wie eine Fahne aus Seide –  glatt, glänzend und knisternd.
Ihre Tiefe kann ich nicht ermessen, denn ich sehe nicht bis zum Grund.
Die Sehnsucht hüllt mich ein, entzieht mich den Blicken.
Ich bin für mich und spinne mich darin ein.

Schon neigt sich der März

Wen siehst du hinter den Wolken, während die Bäume dir ein Lied singen?
Es ist der Wind.
Er hat die Form eines pausbäckigen Engels und trägt auf der Stirn die tiefen Furchen der unablässig Denkenden.
Du spürst nur einen unendlich sanften Flügelschlag, als warte noch etwas ab, bevor es dich ergreift und mitnimmt .
Nichts braust, denn der Tag ist himmelblau und golddurchwirkt. Im Wasser spielen die Möwen. Die Wellen mit ihren Meerschaumspitzen wogen neugierig in den Sand.
Fast könnte man meinen, dass sie sich im Takt mit dem Lied der Bäume bewegen – wie die weißen Wolken, die dem Horizont zu streben,  bevor sie sich zu Rauch verflüchtigen und in den Himmeln verlieren.