Zur Schule der Weg

die Haustür aus Holz  knarrt, heraustreten auf den Hof, den Hund begrüßen
er hieß Greif
über den Hof laufen, nach links dem Bürgersteig folgen, am späteren Garten entlang
Heiner treffen, er wartet schon
war schon eine Klasse weiter und blond
die kleine Straße überqueren, am Bäcker vorbei
es duftete nach frischem Brot
weiterlaufen mit Heiner
am Misthaufen vorbei bis zur Schmiede
sich bücken
und durch die schmutzigen Scheiben in den Kälberstall schauen
da bleiben wollen
Die Schulglocke läutet, es wird Zeit
ein paar Schritte noch und wir sind angekommen im grauen Geviert.
Klassenweise aufstellen bis der Lehrer kommt,
der mit uns den Klassenraum betritt
ich sitze links bei den Erstklässlern und Heiner rechts bei den Großen
Es wird still, Konzentration jetzt
Nach dem Morgenlied quietscht Kreide auf der alten Schiefertafel.
es riecht nach Kinderschweiß und Bohnerwachs.

Das schmale ummauerte Geviert…

…die Schmiede daneben mit dem angekoppelten Gaul
und den Ambossschlägen, die den Tag zerteilen
wie die Kirchenglocke, die läutet um zehn und um zwölf
grauer Asphalt, über den viele kleine Schritte
zum Schultor eilen, tuschelnd, flüsternd und lachend
schrill manchmal und laut
verlassen, wie das weiße Gebäude
liegt der Hof  im Schatten der Bäume
Lichtspiele im Geäst, ein sommerliches Flirren
spüre noch Lederranzen mit Schiefertafel und Kreidestift
den selbstgehäkelte Tafellappen, der im Rücken baumelt
höre die Stimme des Lehrers, der Humor besitzt,
geduldig ist und Mut macht
sehe die Fibel liegen, die ich schneller lesen wollte
als der Unterricht es vorgesehen hatte
das Gebäude restauriert, nun Heimatmuseum
hörte ich sagen
Ich war lange nicht da!