Lieblingssatz 25

„Meine und deine Begegnung ist die von Rose und Tau: Alles Lächeln von dir und alles Weinen von mir.“ (Dard – aus „Nimm eine Rose und nenne sie Lieder-Poesie der islamischen Völker)

„Liebster warum weinest du? Unter deinen Tränen erblühe ich und wünsche doch, dass sie versiegen.“
„Liebste, dein Lächeln wärmt mein Herz und lässt den Tränenfluss weicher fließen.“
„Liebster, mein Lächeln trägt Trauer. Wir sind was wir sind: ich Rose, die am Tag erblüht und du Tau, der in der Nacht entsteht.“
„Liebste, wir haben unsere Zeit zwischen Tag und Nacht. Sie ist aller Tränen wert.“
„Wie vollkommen doch der Tau am Rosenblatt perlt, wenn mein Licht ihn zum Glänzen bringt.“ flüstert der Morgen dem erfrischten Garten zu.

Lieblingssatz13

Satz 13

Die Bäume im sonnigen Garten
„Er schuf den Himmel, die Erde!“
Die Schlangen lauschen dem Flötenlied
In den Bäumen mit Tanzgewändern“

aus einem Gedicht von Asaf Halet Elebi
(Sammlung: „Nimm eine Rose und nenne sie Lieder – Poesie der islamischen Völker- übersetzt von Annemarie Schimmel)

Ich fand die Göttin tief in meinem Schoß
an einem besonderen Tag, in einer besonderen Zeit.
Sie schwebt auf einer Lotusblüte über dem Wasser und gebietet über die weißen, heilenden Schlangen.
Mit Flötentönen der Nay lockt sie die Schlangen aus ihrem Korb,
mahnt, nicht zu säumen und ihr heilendes Werk auch in mir zu tun.

Ich schau der Göttin in die Augen, nenne sie Ana.
Im Blick zwischen uns beginnt es zu kreisen, verliert sich Zeit.
Derwische tanzen mit den Gestirnen. Das Universum kreist mit.

Bis alles kreist, Gestalt und Form verliert und Grenzen fallen.