Etwas ist anders…

Es ist kurz nach Mitternacht. Die Zeit hat ihre Seite gewechselt. Zwischen den Wolken zeigt sich ab und zu der Mond. Unter dem Baum im Moos haben sich die gefallenen Blätter zusammen gekuschelt. Die Nacht ist still, als warte alles auf ein besonderes Ereignis. Es liegt schon in der Luft, hat sich von der anderen Seite der Nacht herüber geschmuggelt. Es ist kalt. Mit den Wurzeln tastet der Baum sich tief in die Erde hinein. Dort ist es warm. Er leitet die Wärme hoch in die Spitzen der Zweige, in denen es schon zu frieren beginnt. Der Baum weiß, was er zu tun hat. Sein braunes Haupt denkt nicht. Er lebt unter dem wechselnden Mond und lässt die Jahreszeiten gelassen an sich vorbeiziehen. Inzwischen fast kahl finden sich nur vereinzelt noch Blätter im Geäst. Die Vögel sind in den Süden gezogen. Nur Kohlmeisen, Amseln, Rotkehlchen, Spatzen und Elstern haben an geschützten Plätzen den Kopf unter das Gefieder gesteckt. Im Laubhaufen raschelt und schmatzt ein Igel. Plötzlich setzt sich von oben etwas in Bewegung!
Kleine weiße Schneeflocken – spärlich noch – lassen sich zwischen die Verzweigungen fallen und segeln sanft ins gelbe Gras.

Hinter den Hecken ist die kleine Ana erwacht. Etwas riecht anders. Der Luftzug auf der Haut prickelt. Neugierig huscht sie aus dem Bett und rennt mit nackten Füßen zum Fenster.
Es schneit!

Dunkle Tage

lichtverschluckte tage ducken sich
unter dem weißen himmel
skurile baumgestalten staken in stunden
spießen sekunden auf
zeit dehnt sich über den rand
raum darin, endlos
still und schweigend ruht sich leben aus

Ich möchte anschreien gegen ungezählte künstliche Lichter, die mir die Dunkelheit der langen Nächte rauben, mich um den Schlaf bringen, meine Träume überbelichten, Vorfreude schmälern.
Wie soll der Fremde mein Licht finden unter all den ungezählten Lichtern und künstlichen Sonnen, die flackern und blinken?
MARIE’s Leitstern, wo ist er geblieben?

Wie soll ich neu werden unter den wechselnden Monden, bis der Frühling kommt?

Und auch andere schauten gestern zum Mond hoch…: Mein kunterbuntes Bloghaus

Ein Lächeln fliegt durch die Nacht. Es streift den Mond und kitzelt die Sterne. Es setzt sich auf eine Wolke und schaut von oben hinunter auf das Paar, auf einer Bank am Fluss, dass sich gerade findet unter dem vollen Mond. Ein Licht brennt noch im bunten Haus. Eine Frau mit weißem Haar steht dort und reist zurück in eine ganz andere Zeit. Auch sie lächelt und erblüht. Jahre treift sie ab, wie ein zu graues Gewand.

Tempest

Das wünschte ich auch. Noch ein Mal dieser Blick, noch ein Mal dieses Lächeln, noch ein Mal dieser Kuss. Nur noch ein Mal dieses Begehren. Nur noch ein Mal. Und ich wäre im Himmel.

Ach würdest du einmal noch, nur ein einziges Mal, dein Auge auf mir ruhen lassen, wohlwollend und mit diesem besonderen Lächeln im Mundwinkel, mit dem Hauch des Begehrens, ich würde dahin schmelzen, den Fast-Vollmond anheulen, und der Wein im Glas, der wäre so weich und warm, so fruchtig.. – nach deinen Lippen würde mich verlangen wie nach einer reifen, saftigen Frucht.

über GEDANKEN ZU „skizze (23)“ | Mein kunterbuntes Bloghaus

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GEDANKEN ZU „skizze (23)“

Ach würdest du einmal noch, nur ein einziges Mal, dein Auge auf mir ruhen lassen, wohlwollend und mit diesem besonderen Lächeln im Mundwinkel, mit dem Hauch des Begehrens, ich würde dahin schmelzen, den Fast-Vollmond anheulen, und der Wein im Glas, der wäre so weich und warm, so fruchtig.. – nach deinen Lippen würde mich verlangen wie nach einer reifen, saftigen Frucht.

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verssprünge

diese nacht nach einem hellen tag – fade out – grünzeug im herzen – ein stern auf der erde – wie du mir gegenüber sitzt, das weinglas in der hand – und dein auge –  ruht – auf mir.

©dj2016

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Spurensuche, Claire sucht Marie (3)

Tag 3

Liebe Marie,

ich habe gut geschlafen, durch das Fenster sah ich den Mond. Es war, als liege er voll und rund – orangerot – in einem unsichtbaren Liegestuhl zwischen den Wolken. Zwinkerte er mir zu?
Du hast ihn immer so gerne gehabt, den Mond. Wie oft haben wir abends zusammen nach ihm geschaut, ihn gesucht, uns Dialoge zwischen Mond und Sternen ausgedacht? Wenn wir zusammen waren, gehörte uns die Welt. Erwählte Schwestern waren wir einander. Wo bist du? Als ich IHN das erste mal sah und erlebte, wie eure Blicke sich ineinander verhakten und keiner vom anderen lassen konnte, da wurde mir im Bruchtal einer Sekunde klar, dass ein neues Zeitalter begann. Es schmerzte und heftige Eifersucht nagte mit  an mir – ich war zornig – hast du es gespürt?  Ich glaube nicht, und das ist auch gut so, denn du hattest kaum noch Zeit für mich. Nichts konnte mehr sein wie bisher.

Eines tages war er verschwunden. Eine Weile warst du wie irre, hast nichts mehr verstanden. Ich hatte Angst um dich -wie konntest du dich nur so verlieren?
Den zartblauen Brief halte ich in den Händen. Soll ich ihn lesen? Er ist von ihm, den du suchst?
Ich lasse mir Zeit, muss mich erst fassen.

unruhig, Claire

aktuell

müde und fröstelnd zu sein bedeutet nicht unbedingt kranksein. manchmal ist der körper einfach erschöpft, weil so viele kämpfe gekämpft, weil so schwere lasten getragen werden mussten. und wenn das endlich zum überleben nicht mehr wichtig ist, sagt der körper damit nur: ruh dich aus, lasss dir zeit, gib kraft, energie und lebenslust die zeit, die es braucht, um in den mai und in den sommer hinein zu wachsen.
denn für einen augenblick hält das pendel inne. es steht still, und in diesem augenblick entscheidet sich, in welche richtung es sich zukünftig bewegen wird. in diesem moment entsteht ein heilender raum, also halte inne und spüre.IMG_1221 Der Mond war voll in der Nacht. Wolken haben ihn versteckt. Dennoch war er da mit all seiner Power. Er hat dich eingehüllt in seine Kraft und in seiner Mitte ruhen lassen. Du hast es gespürt.