Kraniche ziehen

Die Kraniche ziehen
Sie teilen die Wolken
und folgen dem Licht
Schneeduft von fern

In ihren Ruf  einstimmen, in Wolkenberge eintauchen
Kein Blau, doch Glutrot finden, ein letztes im Wilden Wein
an der Schmuddelwand gegenüber
während im Radio dieses Lied singt

SUZANNE

Deine Zeit ist abgelaufen, Leonard Cohen
aber deine Melancholie bleibt
die uns alle berührt hat
die in bittersüßen Tagen so tröstlich war
als wir jung und du unser Star warst

Ich bin einverstanden nun mit Stille und Rückzug
und dem Licht der Hoffnung vor meinem Fenster
das nicht erlöschen wird

And I want to travel with him/ and I want to travel blind/ and I know that he will trust me/ for I’ve touched the perfect body with my mind

Terzetten

Auf dem Tisch die Terzetten
nehmen Raum ein, aufdringlich
lassen keinen Platz zum Gedankensammeln
duften (oder stinken, ich kann mich nicht entscheiden)
gegen das Grau an, das der April heute beschert.
Vogelstimmen flechten sich in den Tag
das frische Grün leuchtet nicht.
Die Zeit trägt Trauerflor.
Bevor ich mich begrabe in Melancholie
nehme ich die bunten Gedankenfäden wieder auf
und stricke sie ein ins Lebensgespinnst