Verwurzelt fliegen

v

angst orten – den schmerz aushalten
trauer zulassen
und abschied nehmen
etwas sterben sehen
sich leer weinen

spüren
die füße ankern im boden
verwurzelt finden sie quellen
dort – wo die erde schläft
und pulsierend leben schenkt
mit dem trommelschlag der zeit
schwingst du im gleichklang

fühlen
der geist erdet im universum
gehalten – geführt
dort – wo der himmel sich wölbt – wirkt
deine gedanken und träume beschützt
und dir nischen gewährt
im grenzenlosen raum

atme sie ein – diese kraft – tief
dann lass los
die trauer, den schmerz und die angst
und lehr dein herz fliegen

(2005)

Immer noch zu schwer…

Immer noch viel zu schwer
und weit entfernt von Leichtigkeit
„Lass ihn endlich stehen, Marie, den Koffer, den Schweren.“
Wie sollen sie sprechen, die Stimmen, die vielen,
wenn Lastenschleppen alle Kräfte bindet?
Lach mal wieder! Sing dem Wind ein Lied.
Lass es hinaus das quirlige Glucksen
der silbernen Fischchen im Blut
die Kapriolen schlagen und laut rufen
„Ich lebe, ich bin.“

Die rote Buche am Ende der Wiese
neigt weise das Haupt
Sie flüstert und raunt von der Quelle
die ihre Wurzeln so wunderbar nährt.