Meine Stimme und ich

Eigentlich sind wir uns immer einig, meine Stimme und ich,  aber in den letzten zwei Wochen hat sie mich aufgrund eines heftigen Infekts buchstäblich im Stich gelassen, mitten im Chorwochenende, nachdem wir gerade begonnen hatten, uns im Obertonsingen zu üben. Zwei Wochen, so lange hat das noch nie gedauert. Gestern übte ich mich mal wieder, wollte Mari Boine stimmlich begleiten.- das WORThaus hatte einen Youtube-Link eingestellt – und nur ein raues Krächzen kam aus meiner Kehle. Traurig! Aber heute ist sie endlich wieder da: klar und kraftvoll!
Plötzlich, ich staubsaugte gerade, stöpselte sich der Stecker aus der Steckdose und ich fluchte laut, weil mir das öfter passiert und ich eigentlich wissen müsste, dass….. Und siehe da, nichts mehr mit kraftlos und krächzend.
Ich ließ dann gleich mal einen Freudengesang in allen verfügbaren Oktaven erschallen. Hoffentlich haben die Nachbarn weg gehört. Es war so befreiend, und ich verspürte Lust, so bald wie möglich in meine Obstbaumoase – am Rande der Stadt, versteckt zwischen Schienenstrang, Feldern und Wäldchen- zu spazieren , um meine geliebten Bäume zu besingen und zu umarmen.
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