Zuhause

Ein Haus ist nicht nur ein Gehäuse
dass sich wie eine dicke Haut schützend um Menschen schließt
-ihre Gemeinschaft darin einschließt –
ist Zeitzeugnis, Spurenbehältnis, Schlüsselkasten
hält Erinnerung fest, Emotionen, Gerüche und Klangfarben
gelebte Geschichte von Schicksalsgemeinschaften
archeologischeche Fundgrube gelebter Jahre
wenn jemand geht, bleibt ein Duft zurück.
der noch lange  in den Räumen  hängt
ein Haus istzur Essenz verdichtet Zeitsubstanz in der Gezeitenströmung
geprägt von denen, die darin (über)leb(t)en

23.2.14_1

Ein virtuelles Zuhause

Mein virtuelles Zuhause, dieses bunte Bloghaus, hat einen großen Vorteil: es ist nie fertig, kann sich jederzeit verändern, darf jederzeit umgebaut, angebaut, renoviert werden, vereint Modernes und Antikes, darf viele Stile vereinen.
Es lässt Raum für Visionen, Inspiration und neue Ideen.  Es ist ein lebendiges Gewächs. Gerade beende ich das grüne Zimmer. Ich werde es Lenzenstube nennen. Mehr dazu demnächst.

Einstweilen suche ich nach Ideen, Gestaltungsmöglichkeiten und Vorstellungen für mein Haus und sammle sie HIER

Und ja, ein guter Geist weht durchs Haus und ist überall zu spüren:
im aufflauenden Wind, der die weißen Vorhänge wiegt; im Duft des frischen Brotes, das gerade aus dem Ofen gezogen wurde;  in der vorwitzigen Kletterrose, die zum Fenster hinein wächst; in der alten Standuhr, die einen wunderbaren Klang hat; in den Bildern, die an den Wänden hängen und den Stillleben, die von Tag zu Tag neu entstehen.

Tage vergehen…

Jetzt bin ich schon eine Weile hier. Ich habe fast alle Räume des Hauses, das ich noch nicht „MEIN“ nennen mag, kennen gelernt, seine Größe ermessen, überlegt, wo ich mit dem Einrichten beginne. Bisher bewohne ich nur das Dachzimmer mit dem weiten Ausblick über Garten, Feld und Wald und die große Wohnküche.
In die Ecke mit den bunten Kissen habe ich mein Bett gebaut, daneben ein ausgemustertes  Bücherregal vom Flohmarkt gestellt. Ich kann mich noch nicht entscheiden, wie ich es einmal anstreichen werde. Einige Bücher, Notizhefte, CD´s und Zeitschriften liegen darin.
Jetzt wo ich Zeit habe und nichts mich drängt, stehe ich oft am Fenster und schaue dem Tag dabei zu, wie er vergeht, wie das Licht sich verändert, die Wolken ziehen, wann die Vögel im Garten sich ums Vogelhaus scharren und eine rotgestreifte Katze auf Beutezug geht.
Vor drei Wochen war noch Winter, jetzt sind die Tage länger geworden, und Frühling liegt in der Luft. Gestern zogen Kraniche über das Haus.
Ich habe noch einen Rest Rosentapete. Damit werde ich die schmale Fensterwand tapezieren. Die Küche ist noch fast leer. Ein paar wichtige Utensilien, etwas Geschirr, bunt zusammen gewürfelt, ein quadratischer Holztisch mit zwei Stühlen, meine Lieblingstopfpflanzen und ein Kühlschrank mit abgerundeten Ecken habe ihren Platz gefunden.
Im Raum nebenan, der eine Art Salon werden wird, möchte ich mir heute ein erstes Bild aufhängen. Das Bild ist Blau, wie so vieles, das ich gern habe, denn Blau ist für mich ein Lebensgefühl.  Ich liebe es in allen Nuancen. Eine ganze Galerie aus blauen Schattierungen wird dort entstehen.
Sparsam sind kleine Akzente in Weiß, Schwarz und in Gelb ins Bild gesetzt. Ich sehe Wasser und Himmel, die ineinander übergehen. Es zeigt einen Hafen an Fluss oder  Meeresbucht. Kleine Boote schweben auf dem Wasser. Ihre Lichter spiegeln sich darin. Am linken Rand sehe ich ein wolkenartiges Gebilde in Dunkelblau-Schwarz. Es könnte eine Trauerweide auf einer winzigen Insel sein.
Ich liebe Flusslandschaften und das Meer, mag mich gern in den Wellen des Wassers für Augenblicke verlieren. Wind und Wellen nehmen meine Gedanken mit und singen mir Lieder.

Tapetenwechsel

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Sie ist es satt.
Immer die gleichen Gesichter, die selben Sprüche, ein schiefes Lächeln, das Aneinandervorbeisehen. Was will Frau da noch erwarten?
Gewohnheiten haben durchaus ihren Sinn, aber nur solange sie nicht lähmen  und alles zum Erstarren bringen. Dabei verstehe sie ja: ein Kunstwerk, gut beleuchtet im Treppenhaus, sieht man irgendwann nicht mehr. Es entschwindet aus dem Fokus, weil es so vertraut wird, dass man seine Einmaligkeit nicht mehr bemerkt.
Sie braucht Tapetenwechsel, dringend.
Das bisherige Heim ist zu klein, zu abgetragen und verwohnt, bietet keine Überraschung mehr. Immer die gleichen Bahnen, ausgetretene Wege und Pfade. Zuviele Menschen verwischen die eigenen Spuren. Die Kreativität hat kein Gesicht mehr. Sie kann machen was sie will. „Eigentlich“, denkt sie, „ist das ja auch eine Freiheit.“
Aber wenn niemand mehr von ihr Notitz nimmt, was nützt diese Freiheit dann?
Selbst das Umräumen und Möbelrücken hilft nicht mehr. Alle Variationen sind schon ausprobiert.
Sie braucht frische Luft, mehr Platz, neue Anregungen, einen anderen Klangteppich. Stimmen, die sie aus der Routine herauszuholen vermögen. Eine Muse wäre wunderbar, eine die den Zauberstab immer griffbereit hat, um neue Seiten in ihr anzustimmen und zum Klingen zu bringen.