Die Macht der Worte

(Nachklang zu „Es war Anfang März“)

 

Manchmal waren deine Worte ein warmes, weiches Tuch, das mich schützend umschloss. Wie eine behütete Prinzessin, gekleidet in Samt und Seide, fühlte ich mich.
Im Gleichklang mit ihnen entstand Einklang.
Dann wieder waren deine Worte hart, voller Kanten und Ecken, Abgründe taten sich auf, Fließsand drohte mich zu verschlingen
In Resonanz zu ihnen gewannen meine Grenzen neue Konturen.
Immer war da um uns herum eine Hecke mit geheimen Verzweigungen und überraschenden Wendungen, innerhalb der wir Kinder waren, die sich verstecken und über das Spielen die Zeit vergessen.
Ich wuchs an deinen Worten und fand meine eigene Sprache.

und noch ein Gedicht

zwischen Tag und Nacht auf Papier gekritzelt, zusammengeknüllt, in den Mülleimer geschmissen…wieder heraus gefischt, geglättet und abgeschrieben:

Nein!
Niemand hält mich fest und gefangen
im goldenen Käfig aus honigsüßen Worten
Nur die eigenen Grenzen lasse ich gelten
dürfen Gefängnis mir sein
Schaut mich an, mir zu
lest mich oder lasst es
berührt und erfasst mich
geht mit mir ein Stück auf gemeinsamen Wegen
aber haltet mich nicht fest
und bitte, keine Erwartungen
denn dann flüchte ich mit Siebenmeilenstiefeln
und, habt Dank für besondere Augenblicke
für Nähe und Inspiration
und für das wirkliche Gesehenwerden.

das Papier in meiner Hand, geglättet, der Inhalt abgeschrieben, was tu ich nun mit Ihm?  Ich bügle es glatt und falte ein Schiffchen daraus, stecke es in meine Jackentasche, geh zum nächsten Fluss und lasse die Leinen los