Fern und doch so nah

Es war nur ein kühler Hauch
von fern
der kaum berührte

nicht mal
wie das sanfte Verweilen einer Hand
über sommerwarmen Haar

Still wie der laue Wind
am Morgen
wenn die Nacht verrinnt

So leicht
wie der Flügelschlag
eines schwebenden  Falters

Und doch war es mehr
ein taumelnder Lichtkuss
beseelt und zart

eine Botschaft ganz nah

(veröffentlicht in „Sehnsucht nach Griechenland 2006)

Schon neigt sich der März

Wen siehst du hinter den Wolken, während die Bäume dir ein Lied singen?
Es ist der Wind.
Er hat die Form eines pausbäckigen Engels und trägt auf der Stirn die tiefen Furchen der unablässig Denkenden.
Du spürst nur einen unendlich sanften Flügelschlag, als warte noch etwas ab, bevor es dich ergreift und mitnimmt .
Nichts braust, denn der Tag ist himmelblau und golddurchwirkt. Im Wasser spielen die Möwen. Die Wellen mit ihren Meerschaumspitzen wogen neugierig in den Sand.
Fast könnte man meinen, dass sie sich im Takt mit dem Lied der Bäume bewegen – wie die weißen Wolken, die dem Horizont zu streben,  bevor sie sich zu Rauch verflüchtigen und in den Himmeln verlieren.