Selbstbildnis 3

Liebe MORGANA,

die Morgenröte grüßt dich. Ich bin auf der Insel, war es schon immer und habe mich in den Wellen des Ozeans verloren.
Dieses Funkeln, viel zu schön, viel zu viel des Lichtes, Irritation!
Aus dem Schatten der Hecke zu treten, um sich ins offene, ungeschützte, weite Meer zu trauen, zu viel, überwältigend.
Jetzt wieder an Land, den Wind auf der Haut, die geschlossenen Augen der Sonne entgegengereckt, Regenbögen unter meinen Lidern. Wie es mich streichelt, wie zärtlich der Wind mich trocknet. Ich werde mich wieder einsammeln, ganz langsam. Werde mich besinnen.
Es aushalten, dieses Zuviel, diese Fülle.
Ich hatte vergessen wie es ist, aus der Fülle zu schöpfen. Die Insel ist klein, eine Vogelinsel mit Leuchtturm. Kein Traumtänzer zu sehen. Aber brauche ich den? Fatamorganen, Nachtgeplärr, Fluchten. Gruß, AURORA

Ausgesperrt

Ausgesperrt eine Weile, die kleinen Fluchten
statt dessen in die Leere geblickt.
Nicht, dass da nichts wäre…
wie eine Katze geräkelt, müßig
im Sommersonnenschein
Wärme getankt und Licht
Düfte und Farben geerntet
Aber
hinter dem Paravent aus verblichenem Holz
steht der Koffer gepackt, bereit zum Gehen
Niemand muss bleiben, wenn das Herz weiter will
Der Griff liegt fest in meiner Hand
Ich schaue mich nicht um!