18.9.20

Einmal noch….

Die Frau sitzt am Küchentisch. Eben war sie im Garten, um einzusammeln, was der Sommer zur Ernte gebracht hat: Tomaten, Gurken, Bohnen, Brombeeren, die letzten Äpfel. Alles möchte sie vorbereiten und verarbeiten, ein Schatz für die kühle Jahreszeit. Die Sonne scheint durchs Küchenfenster und hüllt den Raum in warmes Septemberlicht. Mitten zwischen den Früchten kommt sie sich vor, als sei sie Teil eines flämischen Stilllebens. Vergehen und Abschied liegen bereits im Tag unter dem makellos blauen Himmel, der vom Sommer spricht und am Abend und in den Nächten den Herbst nicht verstecken kann. Der Wind raschelt in den Blättern, fährt kühl an ihrem Hals vorbei, lässt sie kurz frösteln. Im Radio hört sie ein Liebeslied.
Den Song kennt sie von früher. In der Männerstimme liegt Sehnsucht und Begehren, schwingt die noch nicht gestellte Frage …du mich auch…? Immer wieder die Worte… fall in Love with you… . Sie spürt mit, fühlt die Spannung, die den Körper beinahe zerreißt , wenn heimlich Blicke getauscht und nicht abgewendet werden können, wenn Körper sich anziehen aber noch nicht berührt haben, wenn es noch Mut braucht, die in der Luft hängenden Worte auszusprechen und die Angst stark ist zu hören… ich dich nicht … .
Wann war sie das letzte Mal verliebt, hatte Schmetterlinge im Bauch?
Wie schön das wäre, einmal noch zu spüren: ich bin verliebt…vielleicht an einem reifen Septembertag, in dem der Sommer zum Herbst hin schmilzt.


Das Wort der Woche (17): Sommergefühl

Mein spezielles Sommergefühl stellt sich ein, wenn die Tage beginnen, deutlich kürzer zu werden, also etwa um den Wechsel von Juli zu August. Das Licht ist anders, wärmer, die Winden öffnen am Morgen ihre Trichter. Die Felder sind beinahe abgeerntet und liegen golden im Tag. Die ersten Äpfel fallen von meinem Lieblingsbaum. Das Überhitzte und Überdrehte flieht aus meinen Gedanken. Ruhe und Vorfreude breitet sich in mir aus. Jetzt habe ich Lust, durch Landschaften zu radeln, in Biergärten zu sitzen, Leute zu treffen, gemächlich unter Bäumen zu rasten, mit Blick auf die Reife und der nahenden Ernte. Holunderbeeren sind fast schwarz und die ersten Haselnüsse fallen. Sammelzeit! Wintervoräte schaffen. Ich bin ein Septemberkind vom Land, dass zu früh in die Stadt verpflanzt wurde, aber die Qualität der unterschiedlichen Jahreszeiten ist in mich eingebrannt. Ich liebe den Spätsommer und den Herbst. Es ist die Zeit, in der ich zufrieden und mit mir eins bin, die Zeit, in der ich zur Ruhe komme, genieße, abwarten kann und Geduld habe.

freudenwege

Vor allem im August, meinem Geburtsmonat, überkommt mich ein ganz besonderes Gefühl. Bunte Natur, warme Sonne und eine unbändige Freude ergeben mein ganz eigenes Sommergefühl.

Vielleicht liegt das auch daran, dass ich früher zu dieser Zeit meist im Urlaub war. Da ging es raus in die Natur, wandern, zelten und neues entdecken. Auch wenn ich nicht unterwegs bin, umfängt mich dennoch dieses ganz besondere Gefühl.

Der Morgen lockt mich aus dem Bett, lädt mich zum verweilen ein. Die Luft riecht frisch und ist angenehm warm. Schon früh ist die Sonne da und streichelt über meine leicht gebräunte Haut.

Wie gerne würde ich auf der Welle des Gefühls reiten und mich zu Abenteuern tragen lassen. Ein wenig schwermütig werde ich, da ich auf fremde Länder und Abenteuer abseits der Heimat verzichten muss. Aber irgendwann…

Eine neugierige Unruhe erfasst mich, zieht mich hinaus. Alles ist so leicht. Keine schweren Klamotten schränken mich…

Ursprünglichen Post anzeigen 28 weitere Wörter