STIMMUNG ZWISCHEN DEN ZEITEN

Zwischen den Dialogen schwingen verhaltene Töne. Ich bin neu, und das Entziffern fällt mir  schwer. Rätsel sind noch zu lösen. Nicht alles versteht sich von selbst,  hinterlässt nur ein Ahnen. Traurigkeit flaut auf wie eine verregnete Fahne im Wind an einem schmutziggrauen Tag: nicht mehr Winter und noch nicht Frühling. Gräser, die neben Baumsilhouetten trotz alledem in die Luft staken, abblätternder Putz an einer vergrauten Fassade, Ausgewürgtes und gräulicher Papiermatsch auf dem Asphalt, verhaltene Farben, ein fahriges Gelb, ins Braun sich verfärbende Zweige, verwaschener Backstein und Luft, die man auswringen könnte, Rheinwasser dass über die Ufer tritt und sich in alte Flussarme ergießt, dazwischen vertraute Baumriesen, die gebrechlich wirken. Ein gebrochenes Herz, verstummte Stimmen, Sehnsucht…
Hätte ich Energie heute, ich würde einen frischen Ton in die Stimmung pusten und einen warmen Klang zwischen die Worte singen…erst leise, dann immer lauter…hörbar, ein junges Lied, das Mut macht gegen Frustration, Enttäuschung und Resignation, eins, dass die Schwere nimmt, Leichtigkeit schenkt und Kränkung heilt.

LAUSCHEN

Auf dem Boden sitzen und lauschen
ganz still werden, die Ohren spitzen
Das Kaninchen wuselt vom Garten ins Wohnzimmer
Kreist um mich, putzt sich
macht kleine behagliche Geräusche
ganz leise
ich geb dem Ton zurück, flüsternd
die Ohren des Tieres sind beweglich
es horcht nicht nur in eine Richtung
reagiert auf das leiseste Geräusch:

irgendwo schließt jemand eine Tür
Wind fegt durch dürre Blätter
ein Auto springt an
die Straße wird gekehrt mit rauem Besen
Vögel singen
einer warnt, schrill
Kinderstimmen…

Das Tierchen rührt mich
es ist das kleinste von meinen vier lichten Geistern
und ich bin mit ihm im Dialog.
Wir mögen uns.
Und ganz nebenbei werde ich ganz entspannt.

federchen

Unentschieden….

Seit Tagen steht er in der Ecke vom Flur und lächelt mich unentwegt mit seinem Smilie-Face an:
„Sieh mich an, ich hab was zu erzählen.“
Und ich ignoriere den sonnengelben Regenschirm, weil in der Ecke gegenüber die blaue Stunde wartet und um Aufmerksamkeit bittet. Was soll ich nur machen? Ein Dialog zwischen beiden oder zu dritt, wäre vielleicht keine schlechte Idee. Oder soll ich sie doch lieber getrennte Wege gehen lassen?

Ich kann mich nicht entscheiden, noch nicht, aber sie gehen mir auch nicht aus dem Sinn, die beiden. Ich schiebe nur anderes, scheinbar Wichtigeres vor.
Es ist Zeit, wieder zu beginnen Fragmente zu schreiben, denn aus denen besteht das Leben, und sie lassen dem Leser in der Regel genug Raum, um selbst weiter zu denken.

Zum Glück liegt ein langes Pfingstwochenende vor mir, im Garten des Bloghauses blühen Pfingstrosen, erste Rosen betören mit ihrem Duft.

Inspiration reichlich!