Blauregen

Mitten im Blau steht die Villa Vogelfrei

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und wartet auf Gäste

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weil ich da bin und mit der Kamera störe, kommen sie nicht.

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Ach wär ich doch ein Vögelein

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Hinter diesen schützenden, schlingenden Ästen, beinahe wie Wurzeln, könnte ich mich verstecken  und den Menschen zuschauen.

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Das wäre ganz wunderbar, wo ich BLAU doch so l(i)ebe.

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Wo das ist? Vor dem kleinen Hexenhaus, in dem ich so gerne zu Besuch bin. (Vulkaneifel)

 

 

Notizen am Rande des Bewusstseins 2

Nicht nur Chagallblau

Ich bin vernarrt, bin hin und weg, will nur noch BLAU und bleu, will samtblaue Himmel  in der Nacht und…dass die Zeit sich nicht mehr bewegt für eine Weile…damit ich gemächlich ankommen kann in Bootsträumen auf blauer See, Süßkirschwolken über Männertreu, Lavendel, Iris und Rittersporn, denn die Veilchen, die blauen duftenden, habe ich leider vor kurzem verpasst. Da hatte ein Fluch – woher auch immer er kam- mich in einen Märchenturm verbannt. Dort hockte ich traurig und einsam und konnte nicht einmal wie Dornröschen in einen hundertjährigen Schlaf verfallen.Leider reicht mein Haar nicht bis zum Boden. Und die Hecke wuchs auch. Vielleicht hätte ja sonst ein herzwarmer Prinz sich in mein feines, silbernes Elfenhaar verliebt und das Klettern probiert, um meine einsamen Stunden zu teilen. Schließlich schloss ich einfach die Augen und sprang vom Fensterbrett in die Tiefe. Ein starker Wind nahm mich in die Arme und setzte mich ins Moos unter eine alte Eiche. Und was sah ich, als ich hoch schaute? Sommerblaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken.

Eine nicht enden wollende Geschichte

FRAU MAI ist eigentlich ein(e) Dschin(nin). Sie war lange in einer blauen Prosecco-Flasche eingesperrt. Wie die allerdings von Marokko aus an die Ostseeküste gelangt ist und wer Frau Mai,  aus welchem Grund auch immer, in die Flasche gesperrt hat, weiß ich noch nicht so genau. Ich habe so einige Ahnungen. Alles noch Spekulation!
Jedenfalls hat der kleine Martin aus Eckernförde die Flasche am Strand gefunden und entkorkt, weil er glaubte darin eine Flaschenpost zu finden. Es hat gezischt und ein eisiger Wind ist kurz durch sein Haar gestrichen, aber etwas Außergewöhnliches gesehen hat Martin nicht.Er war enttäuscht, nahm die hübsche Flasche aber mit nach Hause und schenkte sie seiner Mutter, Bettina Schwan,  die BLAU über alles liebt. Bettina benutzt die Flasche seit dem als Vase für eine einzelne Rose.  (Das sollte sie allerdings nicht tun, aber Bettina ahnt noch nichts von dem teuflischen Spiel, das Frau Mai mit ihr treibt).
Welche Verwicklungen durch das Freilassen von Frau Mai entstehen, das kann  in der Geschichte nachgelesen werden.
Zwischenzeitlich klebte Frau Mai dann wieder  fest, diesmal in einem Gemälde. Drei Jahre, zehn Tage und fünf Stunden musste sie darin verharren, bevor sich ihr Fuß sich aus dem klebrigem Stempel einer Blume lösen konnte. Dann schrieb ich die zweite Staffel.
Nun sind seitdem schon wieder gut drei Jahre vergangen. Es wird Zeit.
Frau Mai hat ihren Schnupfen wohl inzwischen auskuriert.
Ich weiß nicht wie Frau Mai das immer anstellt, aber spätestens eine Woche vor der Walpurgisnacht meldet sie sich bei mir, bittet um Einlass und fleht mich an, endlich weiter an ihrer Geschichte zu schreiben. Sie macht mir Druck, rauft sich die Haare, zerrt an ihren Gewändern, droht, schreit und weint, weil der Fluch, der einst über sie gesprochen wurde, nur dann aufgelöst werden kann, sagt sie, wenn ich die Geschichte zuende geschrieben habe.
Zugegeben,  der Angfang der Geschichte wurde in einer Walpurgisnacht erfunden. Frau Mai heißt nicht ohne Grund Frau Mai.
Ich glaube, jetzt kann und will ich weiter schreiben. Die neue Staffel werde ich hier erzählen. Die zwei alten  stelle ich nach und nach in meinem anderen Blog ein:

DER VERWUNSCHENE BAZAR
.
Noch ist dort alles kahl und unorganisiert, aber ich hänge an dem Blog und werde ihn jetzt auch regelmäßig bestücken. Ich lade euch ein, vorbei zu kommen, Kaffee oder Tee zu trinken, Fundstücke und Geschichten da zu lassen (oder mitzunehmen) und euch wohl zu fühlen.

Diese Geschichte hat auch etwas mit meiner MARIE zu tun, aber was, das erzähle ich beim nächsten Mal.

FRÜHLING, VERMISST

REGENGRAU
fällt Nacht in den Tag
unter zerwehten Blütenblättern duckt sich GRÜN
das hoffnungsfrohe Erwartungsvolle

ROTE Tulpenblätter
verstreut und verblüht

in den Wolken kämpft die Natur um Zeit
die verrinnt
verinnt, verrinnt
und den Frühling verbannt

den wir vermissen mit dem BLAUEN Band
das uns einbindet
weil aufgehen soll die Saat
die in uns schon keimt

Sähen, Keimen
Wachsen, Ernten
im Kreislauf eines Jahres

Notes

Ja, ja, wir beide, du und ich, wir haben uns viel zu erzählen.

Auch wenn die Worte schweigen, flüstert der Wind den Takt der ungesagten Sätze. Ein belebtes Schweigen liegt im Abend, verflüchtigt sich in die Nacht und webt sich formend in die Träume.
Ich würde dich gerne fragen: „Welche Farbe hat die Sehnsucht?“
Für mich ist sie nachtblau und weht wie eine Fahne aus Seide, glatt, glänzend und knisternd.
Ihre Tiefe kann ich nicht ermessen, denn ich sehe nicht bis zum Grund.
Die Sehnsucht hüllt mich ein, entzieht mich den Blicken.
Selbstschutz!

Sonntagspracht

Der Sonntag hat Farbe angelegt
am Telefon die Stimme des Kindes
klingt hell
und erwartungsfroh
ihm gehört die Welt und das Morgen
über die Dächer spaziert die Sonne
Knospen weiten sich prall
und das Gras, frisch ergrünt
streckt sich strotzend dem Himmel entgegen
da möchte ich Lerche sein
aus lehmiger Erde aufsteigen
und mich singend im Blau verlieren

Es naht, das blaue Band

alles beginnt zu leben und sich zu regen
es steigt der saft im stamm
die kleinen schmetterlinge im bauch
sprudeln wieder ins blut
sektlaune, champagnerlust
flirten und liebelei-anhimmeln
die ersten lerchen im feld und gurrende tauben
die bäume atmen ein und aus
weben um sich herum
eine aura aus licht
und in den büschen
wolken in weiß, rosa und gelb
konturen sind weich geworden
hoffnung und lebenslust liegen in der luft
verknüpfen sich mit dem blauen band
das schwingt und kreist und dich mitreißt
zu höhenflügen

 

NACH DEM WASCHTAG

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Wie frischgewaschen der Tag
ausgewrungen und glatt gepustet
sauber, weiß und glänzend
Schneeduft trägt er von fern
eine Sehnsucht nach Unschuld
und weißem Papier, noch unbeschrieben
Hab an dich gedacht heut Nacht
und Frieden gemacht mit dir
zwischen den Träumen der Nacht
die leicht waren, tänzelnd und licht
so, wie der Frühling selbst
der schon Spuren streut:
Krokusse, Osterglocken
Wolken in Bäumen, weiß und gelb
und ein Zipfel vom Blau
das sich dem Kreidehimmel schenkt
Kurz blitzt die Sonne auf
liebkost die Wiese
schilpende Spatzen und gurrende Tauben