Ein Augenblick lang

flüchtig, wie ein warmer Atemzug
wehte ich an dir vorbei
einen winzigen Augenblick lang
sah ich das neugierige Blinzeln in deinen Augen
erahnte die Art, wie du die Welt betrachtest
ein Spiegel für mich
dann lösten wir uns
strebten in entgegengesetzte Richtungen davon
und ich frage mich
was hast du gesehen in meinen Augen?

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Da war ich nun….

Angekommen am Meer…

noch nicht ganz, zu viel geschehen
gefühlswellen schwappen hoch
in die haut frisst sich salz
wo wogen nicht geglättet
toben  gedankenstürme

 

kämpft der wind um das letzte wort
ächzen baum und strauch
zeit hat ihr eigenes maß
stille und gelassenheit
lassen sich nicht erzwingen
was im auf und ab von ebbe und flut
an den strand gespült wird
kann fluch und segen sein, zugleich

September, bitter-süß

Nächte nagen die Tage an
legen einen  Marienmantel über den Abend
Hier und da ein erstes rotes Blatt
am wilden Wein im Heckengebüsch
süße Essenz fruchtiger Reife
der Becher bis zur Neige ausgetrunken
Es bleiben deine Worte
gestapelt und versteckt in allen Ecken
wollen von mir gefunden werden
um das Blut aufzuwirbeln
 und Funken durch die Gedanken zu blitzen
So bleibst du gegenwärtig
während deine Stimme langsam verblasst

und meine wieder Worte findet

 

Zurück zu den Wurzeln

In den alten Keller mit hohem Gewölbe hinab steigen
zwischen Kartoffeln und Äpfeln ein Bett finden
den erdigen Geruch einsaugen und in Winterschlaf fallen
Fallen in einen tiefen Brunnen,
wie es ihn nur noch in Märchen gibt

Auf einer grünen Wiese im weichen Moos landen
Alles ist grün, jung und frisch
Zu den Wurzeln zurück gekehrt
Antworten finden im Dachgeschoss von Frau Holle
wo es aus Betten schneit
Ob Gold-oder Pechmarie, das wird sich dort zeigen