Vom grünen König 1

So beginne ich:
Medusa ist mein Name. Ich träume weiter und lasse meine Worte zu euch sprechen:
Der grüne König schlummert am Grund des Meeres.
Seine Worte sind schon lange verklungen.
Die kleinen Fische in den Korallenriffen staunen und huschen durch sein üppiges Algenhaar, so als sei es Gebüsch. Sie spielen Verstecken darin.
Eine kleine Nixe schwimmt heran und kitzelt ihn am Kinn. Er wacht nicht auf.
Da nimmt sie aus ihrem Schatz kleine Perlen und flicht sie in die wallende Mähne und den gelockten Bart.
Als das den König auch nicht zu wecken vermag, klatscht sie in die Flossenhände und besteigt kurz darauf eine Seepferdchenkutsche. Das Gefährt trägt sie zum perlmutternen Wasserschloss.
Dort nimmt die kleine Nixe eine zierliche Flöte aus einem Schilfkorb, der an den Dachsparren hängt. Die Flöte ist kunstvoll aus Bambus geschnitzt. Einmal kam ein junger Prinz aus den östlichen Meeren zu Besuch. Er brachte die Flöte mit und lehrte die Nixe das Spielen darauf. Aber das, verehrte Zuhörer, ist eine andere Geschichte.
Die Nixe kehrt zurück zum grünen König und flötet ein Lied .

Wie es aber auch gewesen sein könnte, das erzähle ich euch morgen.

2 Gedanken zu “Vom grünen König 1

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