Spurensuche, Claire sucht Marie (5)

Liebe Marie,

ich fühle mich so allein, von aller Welt verlassen. du, meine liebste Schwester, wann werde ich dich wieder sehen? Ich habe Angst. Um mich, um dich, um uns um das alles, was sich in eine Richtung verändert, die uns unwiderbringlich auseinander treiben könnte.  Zusammengekrümmt liege ich in deiner Hängematte, und endlich kann ich weinen. Die Tränen sind heiß und laufen über meine Wangen, sammeln sich in den Haaren und nässen das Kissen. Alles feucht und in mir weicht alles auf. Ich habe Angst, denn niemand versteht mich, so wie du es getan hast.
Ja, es gab diese kurze Begegnung mit Leander, aber das war nur ein dichter Augenblick, in der sich zwei Menschen trafen, die von gleicher Art zu sein schienen, eine Seelenverwandschaft vielleicht. Die Uhren gingen ander sin diesem Augenblick. Er und ich trafen uns an einem Kreuzpunkt und gingen in unterschiedliche Richtungen weiter …

Ich weiß nicht wo du bist, Marie – und Leander – wo bist du – seit ihr- jetzt unterwegs? Kommt ihr zurück? Lebt ihr überhaupt noch? Von aller Welt verlassen, hast auch du mich verlassen, Marie oder habe ich dich verlassen?
Es tut so weh. Im Radio Blues. Es passt zu meiner Stimmung. Gerade läuten die Glocken den Mittag ein. Ich werde ein wenig schlafen. Vielleicht geht es dann besser. Bitte Marie, pass auf dich auf.

Claire

2 Gedanken zu “Spurensuche, Claire sucht Marie (5)

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