Lebensteppich, Sprachgespinnst

Geschichten! Ich habe viele wieder gefunden in den letzten Tagen, in denen sich eine neue Haut herausschält und zu erkennen gibt, dass alte gesichtete Dinge durch das (Aus)Sortieren eine neue Ordnung, einen veränderten und erfrischende Zusammenhang erhalten. So vieles, längst vergessen, wie Zimmer in einem großen Haus, die schon länger nicht mehr betreten wurden.
Das Leben selbst, die eigene Geschichte ein Füllhorn, aus dem sich immer wieder Überraschendes heraus schälen kann.
Wir sind Geschichtenerzähler, du und ich, aber wir erzählen keine Märchen mehr.
Das Leben hat seine Sprachteppiche in uns gewebt, die Fäden, weich oder fest verzwirbelt, alles fein und grob gesponnen.
Allmählich gelingt es uns die vorhandenen Muster zu entschlüsseln, zu erahnen, wie sich das Muster weiter entwickeln wird. Doch, Achtung, der Teppich ist noch nicht zuende gewebt. Niemand kann voraussehen, ob sich das Muster nicht noch einmal völlig verändern kann.
So hängen wir nun unsere Teppiche zusammen in einen großen leeren Raum mit weißen Wänden.
Da hängen sie unfertig nebeneinander: als Kontrast, Ergänzung; ein roter Faden, der beide verbindet, und der alle in einen Dialog einwebt, die den Raum neugierig betreten.

Mein Freund, du bist in meinem Herzen. Längst bist du im tiefen Frieden jenseits der Wand, die ich noch nicht durchschreiten kann.
Ich frage mich, ob du das Muster deines Lebens noch entschlüsseln konntest, überlege, wie wohl die andere Seite des Mondes aussieht, die du inzwischen sicher sehen durftest. In meinen Lebensteppich hast du einen rotgoldenen Faden gewebt und mir genug davon zurück gelassen, das es für den Rest meines Lebens reichen wird.
Deine Geheimnisse zu ergründen, ihre Muster zu verstehen und zu begreifen, warum du mich so berühren konntest, würde viele meiner Fragen beantworten.
Und ich bin sicher, dahinter liegt ein dichtes Gespinnst feinster verzahnter und verknoteter Seidenfäden, uralte Bindung und Beziehung.
Wie ich wieder anknüpfen werde an den Worten – deinen und meinen- die mich immer weiter in meine Tiefen hinein führten und mir meine Grenzen aufzeigten, weiß ich noch nicht.
Wenn die Zeit reif ist, wird es geschehen, denn ich gab dir mein Versprechen.
Aus dem, was zwischen uns wirkte, werde ich schöpfen und Neues gestalten.

3 Gedanken zu “Lebensteppich, Sprachgespinnst

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